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Der Butzemann weltweit: So fürchtet sich die Welt

Lerne die 14 übernatürlichen Verwandten des Butzemanns auf der ganzen Welt kennen.
Der Butzemann weltweit: So fürchtet sich die Welt

Jedes Land besitzt eine langjährige, einfallsreiche Tradition, übernatürliche Bedrohungen heraufzubeschwören, um Kinder im Zaum zu halten. Auch wenn Eltern nur als allerletzten Ausweg auf diese Option zurückgreifen: Wenn sie ihre Kinder absolut nicht dazu bewegen können, sich anständig zu benehmen, gibt es ein bestimmtes, furchteinflößendes Monster, das mit Sicherheit dafür sorgen kann – in Deutschland ist das der Butzemann.

Es hat viele Namen und nimmt verschiedene Formen an (und auch verschiedene Geschlechter), aber es ist in jeder Kultur der Welt bekannt: das schattenhafte, nicht fassbare, teuflische Wesen, das sich strikt von unartigen Kindern ernährt. Es mag das Böse in Gestalt sein, aber es hat auch eine zwielichtige Allianz mit verzweifelten Eltern, die Probleme haben, ihre Kinder davon zu überzeugen, ins Bett zu gehen.

Wir kennen das Monster als den Butzemann, aber es scheint, als habe jede Kultur einen eigenen Namen für die Kreatur, die nachts Angst und Schrecken verbreitet. Eltern weltweit sind sich einig: Angst kann sehr motivierend sein.

Der Butzemann in England: 1. Boogeyman

Boogeyman - der britische Butzemann

  • auch bekannt als: Bogeyman, Bogieman, Boogie Man, Bogy, Bugbear
  • andere bekannte Aufenthaltsorte: weitere englischsprachige Länder

Ein schattenhafter, gestaltloser Geist, der sich an dunklen Orten versteckt, um seine ahnungslosen Opfer zu Tode zu erschrecken. Er ist eher ein Quälgeist als eine echte Gefahr und kann leicht außer Gefecht gesetzt werden, indem man ihn hellem Licht aussetzt. Sein Name entstammt höchstwahrscheinlich dem mittelenglischen Wort bugge, was soviel bedeutet wie „etwas Beängstigendes“.

2. Niederlande: Bokkenrijders

Bokkenrijders - der niederländische Butzemann

  • andere bekannte Aufenthaltsorte: Belgien, Deutschland

Die „Bockreiter“ sind Geisterdiebe, die fliegende Ziegenböcke reiten. Ihre Legende geht auf echte Diebesbanden aus dem 18. Jahrhundert zurück, die einheimische Bauerngemeinden einschüchterten und terrorisierten.

3. Deutschland: Butzemann

Butzemann

  • auch bekannt als: Bütze, Buhmann, Mummelmann, Popelmann
  • andere bekannte Aufenthaltsorte: Niederlande, Skandinavien

Ein gesichtsloser Kobold oder Geist, der sich in einen schwarzen Umhang hüllt. Er versteckt sich in dunklen Ecken, unter Betten und in Schränken, um Kinder zu überfallen, die sich nicht an ihre Schlafenszeit halten. Sein Name entstammt entweder dem mitteldeutschen Wort bôtzen („Krach machen“) oder verbutzen („etwas verbergen oder verschleiern“). Heute ist er vor allem bekannt durch das lustige Kinderlied Es tanzt ein Bi-Ba-Butzemann. Ursprünglich handelte das Lied aber von einem Poltergeist mit klappernden Knochen und Sensen.

4. Spanien: El hombre del saco

Hombre-del-saco - der spanische Butzemann

  • auch bekannt als: Hombre del Costal, Homem do Saco, El Roba-chicos
  • andere bekannte Aufenthaltsorte: weit verbreitet in Südeuropa und Lateinamerika

Ein furchterregender, hagerer Mann, der unartige Kinder bei Tageslicht entführt und sie in einem Sack verschleppt. Es gibt verschiedene regionale Varianten – je nachdem verkauft er die Kinder oder verspeist sie. In einigen Kulturen arbeitet eine ähnliche Figur als böser Handlanger des Weihnachtsmanns.

5. Russland: Baba Yaga

Baba Yaga - die russische Butzefrau

  • auch bekannt als: Baba Roga, Złota Baba, Ježibaba, gorska maika
  • andere bekannte Aufenthaltsorte: slawische Länder

Eine Hexe mit einer tiefen, mächtigen Verbindung zum Wald. Sie lebt in einer Hütte, die auf riesigen Hühnerbeinen steht, bewegt sich in einem fliegenden Mörser fort und trägt einen riesigen Stößel bei sich. Menschen gegenüber verhält sie sich zwiespältig, mal hilft sie ihnen, mal isst sie sie auf. Baba (Баба) heißt übersetzt „Frau“, yaga könnte dem urslawischen Wort für Schlange entspringen. Es klingt aber auch so ähnlich wie das polnische jędza („Hexe“), das serbokroatische jeza („Horror“) und das altkirchenslawische jęza („Krankheit“).

Der Butzemann in Algerien: 6. H’awouahoua

Hawouahoua - der algerische Butzemann

Ein Monster, dessen Körper sich aus verschiedenen Tierteilen zusammensetzt. Es hat Augen aus brennender Spucke und trägt einen Mantel, der aus der Kleidung der Kinder gemacht ist, die es verspeist hat.

7. Südafrika: Tokoloshe

Tokoloshe - der süd-afrikanische Butzemann

Wassergeister, die bösen Zauberern Untertan sind. Sie können unsichtbar werden, wenn sie Wasser trinken und stellen allerlei Unfug an. Man kann sich vor ihnen schützen, indem man einen Ziegelstein neben alle Beine des Betts stellt während man schläft, aber um sie vollständig loszuwerden braucht man die Hilfe eines Hexenmeisters.

8. Nepal: Gurumapa

Gurumapa - der nepalesische Butzemann

Ein menschenfressender Riese mit großen, hervorstehenden Fangzähnen. Obwohl er den Geschmack von Kindern liebt, kann man vernünftig mit ihm reden und heutzutage ist ihm ein jährliches Festmahl gewidmet, so dass er davon absieht einheimische Kinder zu fressen.

9. Indonesien: Wewe Gombel

Wewe-Gombel - die indonesische Butzefrau

Der rachsüchtige Geist einer Frau, die sich aus gebrochenem Herzen umgebracht hat. Im Gegensatz zum üblichen Butzemann entführt sie Kinder, um diese vor ihren bösen Eltern zu schützen! In ihrem Nest auf dem Dach einer Palme kümmert sie sich liebevoll um die Kinder und weigert sich, sie ihren Eltern zurückzubringen bis diese für die Misshandlungen und Vernachlässigungen Reue zeigen.

Der Butzemann auf der Oga-Halbinsel, Japan: 10. Namahage

Namahage - der japanische Butzemann

Diese Ungeheuer laufen an Silvester von Tür zu Tür und suchen nach Kindern, die das Jahr über ungezogen waren. Sie greifen Eltern gerne unter die Arme, wenn es darum geht Kinder mitzunehmen, die faul oder frech sind oder die einfach zu viel weinen. Ihr Name kommt von ihrem berühmten Refrain Namomi ko hagetaka yo? (–なもみコ剝げたかよ – „Sind die Blasen schon verheilt?“), der als Beleidigung für Leute gedacht ist, die den ganzen Tag faul am Feuer sitzen.

11.New Jersey, USA: The Jersey Devil 

Jersey-Devil - der amerikanische Butzemann

  • auch bekannt als: The Leeds Devil

Eine drachenähnliche Kreatur, die eine seltsame Mischung aus verschiedenen Tierbestandteilen ist und einen markerschütternden Schrei ausstößt. Der Legende nach war sie das 13. Kind einer schrecklich unglücklichen Mutter Leeds im Jahre 1735. Seit dieser Zeit terrorisiert sie diejenigen, die töricht genug sind, sich nachts in die Pinelands zu verirren.

12. Mexiko: La Llorona

La-llorona - die mexikanische Butzefrau

Sie ertränkte ihre Kinder, um mit einem Mann zusammen zu sein, der sie letztendlich verschmähte. Mittellos ertränkte sie sich daraufhin selbst, kann aber nicht in den Himmel kommen, bis sie ihre Kinder findet. Nachts wandert sie auf der Suche nach ihnen am Flussufer entlang und ruft: „¡Ay mis hijos!“ („Oh, meine Kinder!“) und entführt jedes Kind, das sie für ihr eigenes hält. Wie beim irischen Banshee, gilt es als Todesomen ihren Ruf zu hören. Ihr Name kommt vom spanischen llorar („weinen“).

Der Butzemann in Belize: 13. Tata Duende

Tata-Duende - der belizianische Butzemann

Ein kleiner, bärtiger Kobold ohne Daumen und mit umgedrehten Füßen, der als der Beschützer von Flora und Fauna gilt. Eltern warnen ihre Kinder, dass Tata Duende sie holen kommt, wenn sie nachts zu lange draußen sind oder in den Dschungel laufen. Sein Name heißt übersetzt „Vater Kobold“.

14. Haiti: Mètminwi

Metminwi - der haitianische Butzemann

Ein Mann mit unglaublich langen Beinen, der um Mitternacht durch die Stadt zieht, um jeden zu fangen und aufzuessen, der noch draußen ist. Sein Name ist eine Verkürzung der französischen Worte maître („Lehrmeister“) und minuit („Nacht“).

15. Brasilien: Cuca

Cuca - der brasilianische Butzemann

  • auch bekannt als: Coca, Cucuy

Ein berühmtes brasilianisches Kinderlied ermahnt Kinder schlafen zu gehen, da sie sonst die Cuca, eine Krokodilfrau, holen kommt. Sie ist eine Variante des portugiesischen Coca.

Mehr Grusel gefällig? Kein Problem! Diese 7 seltsamen Phobien lehren dir das Fürchten – wenn auch auf eine etwas andere Art und Weise: zum Beispiel die Furcht vor dem Tanzen.

Fürchte dich nicht: Mit Babbel kannst du dich in mehreren Sprachen gegen Monster verteidigen.
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John-Erik Jordan
John-Erik Jordan kommt ursprünglich aus Los Angeles, Kalifornien. Er studierte Kunst an der Cooper Union in New York und arbeitete als Videoeditor in LA, bevor er sich dem Schreiben widmete. Seit 2009 lebt er in Berlin und hat unter anderem für PLAYBerlin, Hebbel am Ufer und verschiedene Online-Publikationen geschrieben. Seit 2014 schreibt er bei Babbel über Sprachen.
John-Erik Jordan kommt ursprünglich aus Los Angeles, Kalifornien. Er studierte Kunst an der Cooper Union in New York und arbeitete als Videoeditor in LA, bevor er sich dem Schreiben widmete. Seit 2009 lebt er in Berlin und hat unter anderem für PLAYBerlin, Hebbel am Ufer und verschiedene Online-Publikationen geschrieben. Seit 2014 schreibt er bei Babbel über Sprachen.

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