Wo lande ich, wenn ich eine Fremdsprache lerne?

Was passiert, wenn ich eine Fremdsprache lerne? Ein interaktives Video verrät die Antwort. Außerdem haben wir eure persönlichen Geschichten hier gesammelt.
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ARTIKEL VON Thea Bohn
Wo lande ich, wenn ich eine Fremdsprache lerne?

Wenn ich eine Fremdsprache lerne, gewinne ich ganz nebenbei eine Vielzahl an neuer Möglichkeiten. Aber wo ich dank der neuen Sprache landen werde, kann niemand vorhersagen – oder etwa doch?

 

Hedda lebt in Berlin und spricht Schwedisch, Englisch und Deutsch

Ich bin eines Tages einfach so nach Berlin gezogen und habe ein Zimmer in einer deutschsprachigen WG bekommen. Mein Deutsch war nicht so gut, sodass ich mich morgens nicht in die Küche getraut habe. Ich habe nach dem Kaffee gelechzt, aber die Vorstellung, etwas Deutsches sagen zu müssen, war angsteinflößend. Dann kam die Beziehungskrise mit meinem damaligen Freund. Ich musste einfach mit jemandem darüber reden, also ging ich zu meiner Mitbewohnerin Pia und auf einmal sprudelten die deutschen Wörter nur so aus mir heraus. Ein paar Jahre später ist mein Ex nicht mehr im Bild, dafür habe ich Pia als beste Freundin gewonnen – und Deutsch wurde eine meiner liebsten Sprachen.

Shahid lebt in Amsterdam und spricht Deutsch, Arabisch und Niederländisch

Ich wollte schon immer Lehrer werden und zwar für Geografie, da ich alle Hauptstädte kenne und Länder nahezu perfekt auf einer Weltkarte einzeichnen kann. Als zweites Fach entschied ich mich kurzerhand für Deutsch – wie schwer kann das schon sein? Ha! Ein paar Wochen später saß ich im Hörsaal umgeben von Erstsemestlern, die alle zu verstehen versuchten, warum wir für Deutsch noch eine zweite westgermanische Sprache lernen müssen (und was überhaupt „westgermanisch“ sein soll). Wenn ich eine Fremdsprache lerne, verwirrt das meine bereits gelernten Sprachen. Genau das ist passiert, als ich mit Niederländisch anfing. Nach zwei Semestern absoluter Verzweiflung entschied ich mich für ein Auslandsjahr in Amsterdam. Mittlerweile sind fünf Jahre vergangen, ich bin hier geblieben und unterrichte auf Niederländisch Geografie und Deutsch.

Wie verändert sich mein Leben, wenn ich eine Fremdsprache lerne?

Spiele unser interaktives Video, um die Antwort darauf zu finden – und genieße deine Babbel Erfahrung:

Karsten lebt in Offenbach und spricht Deutsch, Französisch und Türkisch

Ich fand Französisch schon immer die schönste Sprache. Sogar wenn ich Edith Piaf im Radio spielen höre. Hinzu kommt, dass mir bereits früh vermittelt wurde, Französisch sei eine wichtige Sprache: Ein großer Teil der Weltbevölkerung spricht Französisch und Frankreich spielt politisch und ökonomisch eine wichtige Rolle. Wenn ich eine Fremdsprache lerne, muss es sich lohnen, schließlich investiere ich meine Zeit darin. Im Offenbacher Alltag ist Französisch aber nicht mehr so relevant. Türkisch, Kurdisch und Arabisch werden in meiner Wahlheimat viel häufiger gesprochen. Aus quasi praktischen Gründen fing ich letzten Sommer an, Türkisch zu lernen. Zuerst habe ich nur den Döner bestellt, jetzt trainiere ich im Nachbardorf die Fußballmannschaft meiner Tochter und freunde mich mit den Eltern der Spielerinnen an, von denen viele Türkisch sprechen. Wir haben uns hier eine Gemeinschaft aufgebaut – und das wäre anders nicht möglich gewesen.

Ann-Kathrin lebt in Erfurt und spricht Deutsch, Französisch und Indonesisch

Zu meinem 35. Geburtstag hat mir mein Mann einen Yoga-Retreat-Aufenthalt auf Bali geschenkt. Eigentlich hielten wir beide das für einen ironischen Insider-Witz zwischen uns, nachdem meine Freundin Kati nach ihrer Rückkehr nicht mehr mit dem Schwärmen aufhören konnte. Am Ende bin ich natürlich hingeflogen – und die Woche, die ich dort verbracht habe, hat nichts geringeres als mein Leben verändert. Yoga ist mehr als eine Pilates-Abwechslung. Ich wusste gar nicht, wie wichtig Meditation ist, bevor ich eine innere Ruhe in den sich wiederholenden Übungen erfahren hatte. Und Indonesien ist ganz einfach der schönste Fleck auf der Erde! Wieder zurück in Erfurt habe ich einen Indonesischkurs begonnen. Im Dezember werden mein Mann und ich zusammen nach Bali fliegen. Und vielleicht bleiben?

Tomasz lebt in Frankfurt a. M. und spricht Deutsch und Polnisch

Wie du unschwer an meinem Namen erkennen kannst, habe ich einen polnischen Hintergrund. Meine Eltern haben bereits in Deutschland gelebt, als ich auf die Welt kam. Sie wurden von nicht sehr fortschrittlichen Menschen beraten, dass Zweisprachigkeit die Erziehung erschwere. So bin ich also„nur“ mit Deutsch als Muttersprache aufgewachsen. Jedes Mal, wenn ich polnischen Sprechern begegnet bin, musste ich meine Sprachlosigkeit eingestehen. Jahre später wurde mir in meinem Beruf in der Chemie-Industrie die Kollaboration mit einem polnischen Werk angeboten. Ich habe um etwas Bedenkzeit gebeten. Plötzlich hatte ich wieder die vertraute Panik, dass alle davon ausgehen, ich könnte Polnisch sprechen. Wenn ich eine Fremdsprache lerne, klappt es nur, wenn es um eigentlich viel mehr als die Sprache geht. So war das in dieser Situation: Ich habe in kürzester Zeit so viel Polnisch wie möglich gelernt und den neuen Job dann angenommen. Bis heute habe ich diese Entscheidung nicht bereut. Endlich habe ich einen Teil von mir verwirklicht, der schon immer irgendwie da war.

Claire lebt in Berlin und spricht Englisch und Deutsch

Als gebürtige Amerikanerin habe ich Deutsch ehrlich gesagt nur angefangen zu lernen, um meinen damaligen Freund mit Zitaten von Kant und Hegel zu beeindrucken. Mein eigentlicher Plan war es, in einer amerikanischen Anwaltskanzlei ein Praktikum zu beginnen. Als ich jedoch keinen Praktikumsplatz bekam, stellte ich mich der Herausforderung, eine Alternative zu finden, wie ich meine Semesterferien mit sinnvoller Weiterbildung verbringe. Ich flog ohne Umschweife nach Deutschland, um drei Monate lang vor Ort mein Deutsch zu verbessern. Zurück in den USA erwarteten mich die Turbulenzen des Wahljahrs 2016. Ohne wirklich daran zu glauben, vergewisserte ich meine Freunde, dass ich nach Deutschland ziehen würde, falls Trump Präsident werde. Als es schließlich soweit war, packte ich meine Koffer. Berlin ist meine Heimat geworden, ich bin sehr glücklich hier. Das Mindeste, was ich tun kann, ist stets mein Deutsch zu verbessern und andere Expats zu motivieren, Deutsch zu sprechen.
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