Sprachenlernen für Feinschmecker: So übst du kochend eine neue Sprache

Was Kochen mit Sprachenlernen zu tun hat und wie dir Rezepte in einer Fremdsprache dabei helfen, in eine neue Sprache einzutauchen, verraten wir dir in diesem Artikel.
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ARTIKEL VON Eva du Monteil
Sprachenlernen für Feinschmecker: So übst du kochend eine neue Sprache

Du bist ein echter Gourmet und liebst es zu kochen? Dann habe ich hier für dich eine unglaublich effektive und zugleich köstliche Methode, mit der du spielend leicht eine neue Sprache lernst – und diese auch behältst. Ich präsentiere: Sprachenlernen für Feinschmecker!

Die Feinschmecker-Methode macht Spaß und ist zugleich nützlich, weil sie dir dabei hilft, dir Informationen in einer neuen Sprache leichter zu merken, indem du dich auf eine Entdeckungsreise in eine andere Kultur begibst. Deshalb ist Kochen eine ideale Herangehensweise, um dich deiner Zielsprache zu bemächtigen – und das auch noch ohne allzu große Anstrengung. Schon ein wenig Zeit am Herd genügt, um deinen Wortschatz zu bereichern und deine Grammatikkenntnisse zu vertiefen. Gleichzeitig entdeckst du neue Gerichte, unbekannte Zutaten und Kochtechniken, die für das Land deiner Lernsprache charakteristisch sind. Das gibt dir die Möglichkeit, ungewöhnliche Geschmacksrichtungen kennenzulernen und zu beschreiben.

Also schnapp dir ein Rezept in einer Fremdsprache, schwing den Kochlöffel und schau dir dazu die folgenden gastronomischen Tipps an, die dir das Lernen garantiert versüßen.

1. Erkunde typische Zutaten des Landes deiner Lernsprache

Deine kulinarische Reise beginnt bereits beim Einkauf: Statt einfach in den Supermarkt zu gehen, probier doch mal den kleinen exotischen Laden um die Ecke aus oder begib dich in ein Feinkostgeschäft mit Lebensmitteln aus einer speziellen Region oder einem Land. Geschäfte dieser Art sind in der Regel gut mit importierten Waren ausgestattet, die ein durchschnittlicher Supermarkt nicht anbietet. So findest du dort Grundnahrungsmittel wie Früchte oder Gemüsesorten aus der Region deiner Lernsprache sowie typische Kräuter und Gewürze oder auch traditionelle Süßwaren.

Diese Art, einzukaufen, bringt drei große Vorteile mit sich:

  1. Dank der authentischen Produkte lernst du regionale Marken aus dem Land deiner Lernsprache kennen.
  2. Mit den Originalzutaten aus deinem Rezept in einer Fremdsprache wird dein Gericht zur perfekten kulinarischen Erfahrung.
  3. Wenn die Verkäufer als Muttersprache deine Lernsprache sprechen, kannst du deine Sprachkenntnisse gleich praktisch anwenden.

Verstehe deinen vielleicht eher etwas ungewöhnlichen Einkauf einfach als eine Sprachlernaktivität. Geh auf Entdeckungsreise und nimm dir Zeit, um die einzelnen Regale in Ruhe zu durchstöbern. Schau dir alles an und entdecke dabei neue Produkte, mache dich mit den verschiedenen Logos auf den Verpackungen vertraut und inspiziere die Inhaltsstoffe auf den Etiketten. Wenn du dich bereit dazu fühlst, frag die Angestellten im Laden auf deren Muttersprache nach Tipps, zum Beispiel zur Zubereitung und Aufbewahrung der verschiedenen Nahrungsmittel. Damit erledigst du nicht nur deinen Einkauf, sondern machst auch den ersten wichtigen Schritt, um in Zukunft regelmäßig wiederkommen zu können und deine zwischenzeitlich erworbenen Sprachkenntnisse bei jedem Besuch anzuwenden.

2. Lies fremdsprachige Kochblogs anderer Feinschmeckerer

Auf den zahlreichen Koch- oder Foodblogs  findest du innovative kulinarische Ideen, die Tradition und Moderne vereinen. Doch nicht nur das: Die Rezepte eignen sich außerdem hervorragend als authentisches Lernmaterial, um tiefer in deine neue Sprache einzutauchen.

Solche Koch-Blogeinträge sind meist in einem legeren, alltagssprachlichen Ton gehalten. Sie zeichnen sich durch ihren persönlichen und einfachen Stil aus und werden oft gemeinsam mit einem Video publiziert. Sowohl für blutige Anfänger als auch für abgebrühte Profis können solche Kochblogs schnell zu einem wichtigen Faktor für das effiziente Sprachenlernen werden.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt dabei vor allem in der Wahl des passenden Blogs: Suche dir eine Seite aus, die du mit Freude liest und deren fremdsprachige Rezepte du auch wirklich gerne nachkochen möchtest. Wähle mindestens fünf verschiedene Blogs aus, füge sie der Symbolleiste deines Browsers hinzu und folge den jeweiligen Autoren in den sozialen Netzwerken. Gib aber nicht der Versuchung integrierter Übersetzungsfunktionen nach, um einen Text leichter zu verstehen! Nutze die Blogeinträge vielmehr als Lernhilfe und erstelle dir auf Grundlage dieser authentischen und persönlichen Sprachressource eine Vokabelliste.

Nun musst du nur noch deine eigene Sammlung von Rezepten in deiner Fremdsprache anlegen: Kopiere deine Lieblingsrezepte in ein Word-Dokument oder in ein Evernote und stelle auf Grundlage dieser Inspirationen dein Wochenmenü zusammen. Wenn du genügend Zeit hast und sehr ehrgeizig bist, kannst du dir auch gleich für einen ganzen Monat einen Plan erstellen, indem du beispielsweise jeden zweiten Tag ein neues typisches Gericht aus dem Land deiner Lernsprache kochst. Für diejenigen, die es etwas langsamer angehen lassen wollen, ist ein neues Rezept pro Woche schon ein sehr guter Anfang!

Ich empfehle diese Kochblogs:

3. Schreibe deinen Einkaufszettel in deiner Lernsprache

Deinen Einkaufszettel in deiner Lernsprache zusammenzuschustern ist eine exzellente Übung, um die gelernten Vokabeln abzufragen. Außerdem tauchst du so ganz aktiv in deine Lernsprache ein. Nachdem du die jeweiligen Rezepte in deiner Fremdsprache gelesen und verstanden hast, mach dir die Mühe und schreibe die verschiedenen Zutaten auf, die du zum Kochen deines Gerichts benötigst. Aber nicht schummeln: Versuche dabei so gut, es geht, nicht auf das Rezept zu schielen!

Neben dem Erlernen und Abrufen von Vokabular erlaubt dir die Tatsache, dass der mühevolle Akt des Sprachenlernens zu einer organisatorischen Aufgabe des täglichen Lebens wird, deine neue Sprache noch besser zu verinnerlichen, indem du deine theoretischen Kenntnisse direkt in die Praxis umsetzt. Eine Einkaufsliste zu schreiben ist eine einfache und spielerische Übung.

4. Mach einen (Online-)Kochkurs

Sehr wahrscheinlich wirst du keinen Starkoch aus dem Land deiner Lernsprache anheuern können, um deinen Kochkenntnissen den letzten Schliff zu verleihen. Glücklicherweise gibt es heutzutage zahlreiche kostengünstige Möglichkeiten, die es dir dennoch erlauben, praktische Kocherfahrungen zu sammeln.

YouTube quillt geradezu über vor Videos und Onlinetutorials, in denen Profis und Kochbegeisterte ihre Geheimnisse und ihre besten Rezepte in ihrer Muttersprache mit der Welt teilen. Ebenso stellen viele namhafte Fernsehsender aus der ganzen Welt Highlights ihrer Kochsendungen online. In diesen Shows erklären Kochprofis und bekannte Persönlichkeiten Schritt für Schritt die Zubereitung von Speisen, oftmals traditionelle Gerichte in einer modernen Interpretation. Schau dir diese Videos ruhig mehrmals an, bevor du dich selbst an den Kochlöffel traust.

Du siehst also: Kochen kann zu einer spannenden Entdeckungsreise werden – sowohl sprachlich als auch kulturell.

Brauchst du noch mehr Inspiration? Sie wartet hier auf dich!
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