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11 einzigartige Sommer-Wörter aus der ganzen Welt

Nichts klingt so sehr nach Sommer, wie diese 11 Sommer-Wörter aus verschiedenen Sprachen.
Artikel Von Natali Lekka
11 einzigartige Sommer-Wörter aus der ganzen Welt

Der Sommer hat zwar rein offiziell noch nicht begonnen, aber die warmen Temperaturen versetzen dich bestimmt schon in Sommerstimmung. Hier sind 11 Sommer-Wörter aus der ganzen Welt, die dich auf den Sommer einstimmen.

Sommer-Wörter: 1. Badkruka (Schwedisch)

Übersetzung: Eine Person, die sich weigert ins Wasser zu springen.

Draußen wird es immer wärmer und du hast nur noch eines im Kopf: mit Freund:innen an den Strand zu gehen und im Wasser zu planschen. Die große Frage ist: Wer springt zuerst?

So sehr es auch Spaß macht, sich ins Wasser zu stürzen, es ist immer eine Person dabei, die ewig braucht, um selbst die Zehen ins Wasser zu stecken. Ganz egal, ob es Angst vor der Kälte oder vor dem Wasser an sich ist, auf Schwedisch gibt es ein Wort für wasserscheue Menschen: badkruka. Der Spruch, den diese Menschen also am meisten zu hören bekommen, ist: Kom i vattnet din badkruka! („Los, spring jetzt rein, du badkruka!“)

Doch warum ist dieses Wort eigentlich so geläufig? Die Menschen in Schweden lieben nun mal ihre Sommerhäuser über alles. 1,8 Millionen (beziehungsweise 20 Prozent der schwedischen Bevölkerung) besitzen ein Sommerhaus in ihrer Heimat. Die beliebtesten Orte sind die Stockholmer Schären, Skåne, die West- und Ostküste, Halland und die Inseln Öland und Gotland. In Schweden gibt es 95.700 Seen, die größer als 100 Quadratmeter sind, was etwa 9 Prozent der schwedischen Gesamtfläche entspricht. Der Lördagsträsk (was soviel wie „Samstagssumpf“ bedeutet) gilt als der See mit dem lustigsten Namen. Mit diesen Sommer-Wörtern können wir uns auf jeden Fall anfreunden!

2. Culaccino (Italienisch)

Übersetzung: Ein runder Abdruck, den ein nasses Glas auf einer Oberfläche hinterlässt.

Es gibt wohl kaum etwas Erfrischenderes und Durstlöschenderes, als ein kaltes Glas Wasser – oder Bier, Wein oder auch ein Cocktail. Aber weißt du, was bei einer Dinnerparty der Albtraum eines jeden Gastgebers ist? Wenn man nicht an die Untersetzer denkt. Das Ergebnis sind nasse Glasabdrücke oder culaccini auf dem teuren Marmortisch, die sich nur schwer abwischen lassen.

Wenn du nach Italien reist und guten italienischen Wein trinken möchtest, solltest du dich vorher über die Weinbaugebiete der Regionen etwas schlau machen. Du möchtest doch bestimmt nicht aus Versehen den falschen Wein in der falschen Region bestellen, oder? Probiere zum Beispiel einen Chianti in der Toskana, einen Valpolicella in Venetien und einen Nero d’Avola in Sizilien oder einen Pinot Grigio in den Regionen Lombardei, Friaul-Julisch Venetien und Trentino-Südtirol.

Und vergiss bitte nicht den Untersetzer!

Sommer-Wörter: 3. Dacha (Russisch, дача)

Übersetzung: Ein russisches Land- oder Sommerhaus.

Die ersten Datschas tauchten im 18. Jahrhundert auf. Der Name stammt etymologisch von dem Verb davat (давать, „geben“) ab: Denn es war Peter der Große, der erstmals Sommerhäuser an Regierungsbeamte und hochrangige Offiziere übergab, um sie für ihre Dienste zu belohnen. Doch die Belohnung war auch ein Mittel zum Zweck, um die Vororte der neu gegründeten Hauptstadt St. Petersburg zu bevölkern.

Datscha-Besitzende und -Besuchende werden umgangssprachlich als dachniki (дачники) bezeichnet. Im Jahr 1885 schrieb Anton Tschechow eine Novelle mit dem Titel Dachniki über frisch verheiratete Städter:innen, die den Sommer auf dem Land verbringen.  

Eine Datscha ist allerdings weitaus mehr als ein Zweitwohnsitz. Sie steht für eine ganz bestimmte Lebensweise, abseits von Trubel und Hektik der Städte, wo die Familien Gemüse anbauen, angeln, im Fluss schwimmen oder auf dem Feld arbeiten können. Auf einer Datscha gibt es immer etwas zu tun: Beeren pflücken, Holz hacken, Laub harken oder einfach ein Samovar (typisch russische Teemaschine) erhitzen, um Tee zu kochen. Den Feierabend genießt man am besten mit einem traditionellen Schaschlik (шашлык) auf dem Grill – die marinierten Fleischspieße werden zuvor in Essig, Zwiebeln, Salz und Pfeffer eingelegt.   

4. Juilletistes / Aoûtiens (Französisch)

Übersetzung: Menschen, die im Juli oder August Urlaub machen.

Bist du ein Juilletiste oder ein Aoûtien? Jeden Sommer stellt sich in allen Büros in Frankreich immer wieder die gleiche Frage: Wer fährt im Juli und wer im August in den Urlaub? Die Juilletistes haben den Ruf, faul zu sein: Sie sind die ersten, die ihre Koffer packen, während ihre Kolleg:innen noch arbeiten, um dann im August wieder ins Büro zu kommen, wenn es weniger zu tun gibt. Die Aoûtiens hingegen gelten als einfallslos, aber auch als selbstgefällig, da sie im September noch braungebrannt sind, wenn alle anderen schon längst wieder im Büro sitzen. Wer hätte gedacht, dass es für diese Konzepte eigene Sommer-Wörter gibt!

In Frankreich fährt allgemein ein Drittel der Menschen im August in den Urlaub – in Paris sind es sogar 42 Prozent. Wenn du dich fragst, wann wohl die beste Reisezeit für Paris ist, sollte der August also ganz oben auf deiner Liste stehen.  

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 5. Meltem (Türkisch)

Übersetzung: Eine Sommerbrise, die vom Land aufs Meer weht.

Wenn du schon einmal zwischen Juni und September auf den griechischen Inseln oder an der türkischen Küste im Urlaub warst, hast du vielleicht eine ungewöhnlich starke, trockene Brise gespürt, die aus der nördlichen Ägäis herüberweht. Der Sommerwind hält nicht lange an und bietet eine erfrischende Abwechslung zur üblichen Hitzewelle. Es kann aber auch etwas ungemütlich werden, wenn du am Strand vom Sand regelrecht „eingeschneit“ wirst oder das Besteck wegfliegt, wenn du spätabends draußen isst.

Doch keine Sorge: Die Einheimischen werden dir bestimmt die besten windgeschützten Buchten verraten, wo du entspannt schwimmen kannst. Vergiss nur nicht, ganz viele Kieselsteine auf dein Strandhandtuch zu legen, damit es nicht weggeweht wird.

Meltem ist übrigens auch ein schöner türkischer Frauenname.

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Sommer-Wörter: 6. Meriggiare (Italienisch)

Übersetzung: Sich im Schatten ausruhen, um der Mittagshitze zu entgehen.

Der Begriff stammt vom Wort meriggio („Mittag“) und man kann die Bedeutung dieses Wortes nur dann wirklich nachempfinden, wenn man die glühende Mittagshitze am Mittelmeer schon einmal selbst erlebt hat. (Das ist der Moment, wenn in den heißesten Stunden des Tages neben dem Zirpen der Zikaden weit und breit kein Lebewesen zu sehen oder zu hören ist). Um dieses Gefühl der Müdigkeit und Trägheit, das die lähmende Hitze hervorruft, wirklich zu verstehen, solltest du Eugenio Montales berühmtes Gedicht lesen: Meriggiare pallido e assorto.  

7. Siesta (Spanisch)

Übersetzung: Ein kleines Nickerchen am Nachmittag nach dem Mittagessen.

Apropos lähmende Sommerhitze: Vielleicht ist das auch der Grund, warum die Menschen in Spanien auf ihre Siesta am Nachmittag nicht verzichten wollen. Es gibt in der Tat viele Gründe, die für eine Siesta im Sommer sprechen: Du entgehst der Mittagshitze, arbeitest weniger, du kannst ein langes Mittagessen mit der Familie genießen und ein gesundes Nickerchen am Nachmittag halten. Doch noch viel wichtiger ist: Du hast genug Energie, um bis in die frühen Morgenstunden zu feiern. Die Siesta-Zeit für Geschäfte und Unternehmen ist von 14 bis 17 Uhr, Bars und Restaurants hingegen schließen um 16 Uhr und öffnen gegen 20 oder 21 Uhr wieder.

Im Jahr 2010 veranstaltete Madrid sogar zu Ehren dieser beliebten spanischen Tradition den ersten nationalen Siesta-Wettbewerb.

8. Sommerloch

Bedeutung: In den Sommermonaten ist Ferienzeit – fast alle sind im Urlaub, vieles ist geschlossen und aus Politik und Wirtschaft gibt es kaum besonders wichtige Nachrichten. Die Zeitungen füllen in dieser Sommerpause ihr Nachrichtenloch hin und wieder mit unwichtigen Themen.

Wenn die Medien über nichts anderes berichten als gerettete Kätzchen, ist es soweit: Die ruhige Sommerzeit hat begonnen, die eben als Sommerloch bezeichnet wird. Diese Phase wird auch scherzhaft „Saure-Gurken-Zeit“ genannt. Der Begriff tauchte erstmals im 18. Jahrhundert in Berlin auf. Zu dieser Zeit deckten sich die Geschäfte gegen Ende des Sommers nochmal mit Spreewaldgurken ein.

Erinnerst du dich vielleicht noch an dieses typische Sommerloch-Thema? Im August 2011 hielt die ausgebüxte Kuh Yvonne die deutsche Medienlandschaft in Atem. Die weiß-braune Kuh entfloh ihrem Bauern in Mühldorf und versteckte sich im Wald, bis sie schließlich einen Monat später im September eingefangen wurde. Infrarotkameras, ein Hubschrauber, Tierpsychologen und die Polizei waren im Einsatz, und die BILD bot sogar 10.000 Euro Belohnung für Hinweise.   

9. Uitwaaien (Niederländisch)

Übersetzung: Bei Wind spazieren gehen, meist allein, um den Kopf frei zu bekommen.

Ein Wort, das eine derart entspannende Aktivität beschreibt, kann nur aus den Niederlanden kommen. Nutze diesen Sommer die Gelegenheit, draußen Zeit zu verbringen und an deinen Lieblingsort zu gehen, auch wenn es nur für eine halbe Stunde ist. Ob am Meer, im Wald, an einem See oder in einem Park: Es hat etwas unglaublich Heilsames, die Lungen mit kühler, frischer Luft zu füllen. Es lädt die Batterien wieder auf, verleiht neue Energie und bewirkt Wunder für die mentale Gesundheit.

Sommer-Wörter: 10. Utepils (Norwegisch)

Übersetzung: Ein Bier, das man im Freien trinkt. Es bezeichnet oft das erste Bier des Jahres, das man draußen trinkt.

Auch wenn die Menschen in Norwegen sich zu jeder Jahreszeit ein kühles Bier gönnen, nichts schmeckt mehr nach Sommer als ein gutes Utepils. Der Name setzt sich aus dem norwegischen Wort ute für „draußen“ und pils (Abkürzung für Pilsner) zusammen. Es ist die ultimative Wahl, wenn man ein Bier im Freien, am Strand, im Park oder auf dem eigenen Balkon oder Garten genießen möchte.

11. Yakamoz (Türkisch)

Übersetzung: Der Mondschein, der sich auf dem Meer spiegelt.

Versuche dir die Küstenstadt Marmaris bei Vollmond vorzustellen. In der Türkei nennt man das Mondlicht, das auf dem Meer schimmert yakamoz – ein Bild, das auch im tiefsten Winter das Herz erwärmen kann. Das Wort stammt vom griechischen Begriff diakamos (διακαμός) ab. Es bezieht sich auf das Meeresleuchten in der Nacht, die sogenannte Phosphoreszenz des Meeres, die auch durch schimmernde Fische oder Plankton zustande kommen kann.     

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