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MBTI Persönlichkeitstest: Wie dein Charaktertyp am effektivsten Sprachen lernt

Finde heraus, welches Profil deiner Persönlichkeit entspricht und wie dein Persönlichkeitstyp am effizientesten Sprachen lernt.
Artikel Von Chris Chriv
MBTI Persönlichkeitstest: Wie dein Charaktertyp am effektivsten Sprachen lernt

Du fragst, wofür der MBTI Persönlichkeitstest steht? Eines können wir dir versichern: Heute geht es nicht darum, herauszufinden, welche Figur von Game of Thrones du bist oder welchem Walt Disney-Charakter du am ehesten entsprichst.

Denn abgesehen von diesen trivialen Tests gibt es auch sehr seriöse Persönlichkeitstests, die in der Geschäftswelt, in der Politik, im Bildungswesen, bei der Polizei usw. eingesetzt werden, und unter der Fülle der angebotenen Methoden ist der MBTI (Myers-Briggs Type Indicator) sicherlich der bekannteste und am weitesten verbreitete Persönlichkeitstest.

Mit dem 1962 erfundenen MBTI Persönlichkeitstest kannst du deine Persönlichkeit in sechzehn Haupttypen „einordnen“: ENTJ, INFP, ISTP, ESTJ, usw.

Aber was genau bedeuten diese verschiedenen Typen? Und vor allem: Warum kann es für das Sprachenlernen nützlich sein, wenn man die eigene Persönlichkeit kennt?

Hinweis: Dieser Artikel ist eine unvollständige Einführung in den MBTI-Test. Für eine genauere Einschätzung deines Persönlichkeitstyps kannst du kostenlos einen MBTI-Test online machen. Dabei solltest du jedoch bedenken, dass der offizielle Test nur von einem von der Myers-Briggs-Stiftung lizenzierten Anbieter durchgeführt werden kann.

Was ist der MBTI Persönlichkeitstest?

Die erstaunliche Geschichte des MBTI Persönlichkeitstests

Der Myers-Briggs-Typenindikator (MBTI) wurde 1962 von zwei Frauen erfunden: Katherine Cook Briggs, und ihrer Tochter Isabel Briggs Myers. Die Erfindung dieses psychologischen Beurteilungsinstruments kam unter erstaunlichen Umständen zustande:

  • Weder Katherine Cook Briggs noch Isabel Briggs Myers hatten eine Ausbildung in Psychologie oder gar ein Hochschulstudium absolviert: Sie waren Autodidaktinnen.
  • Das Interesse von Katherine Cook Briggs an verschiedenen „Persönlichkeitstypen“ entsprang ihrem Wunsch, Belletristik zu schreiben: Um komplexere, „realere” Charaktere zu erfinden, wollte Katherine alles über die Persönlichkeit und das Verhalten der Menschen verstehen. Heutzutage wird der MBTI Persönlichkeitstest von Film- und Serienautor:innen fast systematisch bei der Erschaffung fiktiver Charaktere eingesetzt (daher begegnet man einigen typischen „Archetypen“ immer wieder).
  • Der MBTI ist eigentlich eine Popularisierung von Carl Jungs Arbeit über „psychologische Typen“ aus dem Jahre 1921. Sie wurden zunächst von Katherine Cook Briggs verwendet, um Figuren für Erotik-Romane zu erfinden.
  • Als Katherine jedoch 1923 ihre Tochter Isabel mit den Arbeiten von Carl Jung bekannt machte, kam ihnen die Idee des MBTI Persönlichkeitstest. Vierzig Jahre lang bemühten sich Mutter und Tochter, die Theorie von Carl Jung auf vollkommen autodidaktische Weise zu erweitern, mit dem erklärten Ziel, den Menschen zu helfen, einander besser zu verstehen und miteinander zu kommunizieren.

Die Jungsche Typologie

Die Jungsche Typologie, auf welcher der MBTI basiert, unterschied ursprünglich acht Persönlichkeitstypen auf der Grundlage von drei Hauptparametern:

  • Extraversion (E) / Introversion (I)
  • Sensorik (S) / Intuition (I)
  • Denken (T – Thinking) / Fühlen (F)

Isabel Briggs Myers fügte dann eine vierte Gegenüberstellung hinzu:

  • Beurteilung / Entscheidung (J – Judgement) / Wahrnehmung (P – Perception)

Der MBTI-Test bestimmt deine dominante Charaktereigenschaft in jedem dieser vier Parameter: Wenn du eher introvertiert als extrovertiert bist, ist der erste Buchstabe deiner Persönlichkeit „I“. Wenn du eher der intuitiv Typ bist, ist der zweite Buchstabe „N“.

Wenn du deine Entscheidungen auf der Grundlage von Überlegungen und nicht auf der Grundlage von Gefühlen triffst, ist der dritte Buchstabe ein „T“. Wenn du eher einfühlsam bist, ist dein letzter Buchstabe ein „P“, und dein psychologischer Typ ist daher: INTP. Die sechzehn möglichen Buchstabenkombinationen (ISFJ, ESFJ…) bilden somit sechzehn verschiedene Persönlichkeitstypen.

Ein paar Beispiele zum besseren Verständnis:

Extraversion (E)Introversion (I)
Ich beziehe meine Energie aus der Gesellschaft anderer.Ich beziehe meine Energie aus dem Alleinsein.
Ich nutze meine Urlaubstage, um Zeit mit anderen zu verbringen.Ich nutze meine Urlaubstage, um alleine zu sein.
Sensorik (S)Intuition (I)
Ich interessiere mich vor allem für die Gegenwart.Ich interessiere mich vor allem für das, was geschehen könnte.
Ich erinnere mich eher an Tatsachen.Ich erinnere mich eher an Herausforderungen.
Denken (T)Fühlen (F)
Ich interessiere mich für die Art und Weise, wie man ein bestimmtes Ziel erreicht.Ich frage mich, ob das Ziel eher gut oder eher schlecht ist.
Ich frage mich, warum etwas nicht funktioniert.Ich ärgere mich, wenn ich feststelle, dass etwas nicht funktioniert.
Beurteilung / Entscheidung (J)Wahrnehmung (P)
Ich erledige eine Aufgabe nach der anderen.Ich erledige mehrere Aufgaben zur gleichen Zeit.
Ich mag es, wenn die Dinge organisiert ablaufen.Ich mag das Unvorhergesehene.

Weitere Einzelheiten findest du auf der Wikipedia-Seite zum Jungschen Typenindex.

Die vier wichtigsten Typen des MBTI Persönlichkeitstests und das Sprachenlernen

Der Psychologe David Keirsey hat die sechzehn MBTI-Typen in vier Hauptpersönlichkeitstypen unterteilt. Hier ein Beispiel, wie sich die US-Bevölkerung zusammensetzt:

  • Wach:innen (SJ), die 46,4 % der US-Bevölkerung ausmachen
  • Forscher:innen (SP), die 27 % der US-Bevölkerung ausmachen
  • Idealist:innen (NF), die 16,4 % der US-Bevölkerung ausmachen
  • Analyst:innen (NT), die 10,2 % der US-Bevölkerung ausmachen

1. Wach:innen – die Schulbank drücken

Illustration zu Wach:innen des MBTI Persönlichkeitstests
Illustrationen von Lucille Duchêne

Wach:innen entsprechen den folgenden vier Persönlichkeitstypen des MBTI-Tests:

  • ISTJ (Logistiker:in)
  • ISFJ (Verteidiger:in)
  • ESFJ (Konsul:in)
  • ESTJ (Exekutive:r)

Bei den Wach:innen dominiert das Bedürfnis nach Sicherheit, insbesondere durch Gruppenzugehörigkeit und Verantwortungsbewusstsein. Sie vertrauen auf Hierarchie und Autorität sowie auf bewährte Methoden.

Sie legen Wert auf Erfahrung und streben eine möglichst hohe Rendite an. Sie neigen dazu, eher konventionell zu sein; sie befolgen die Regeln und erwarten, dass andere dasselbe tun.

Wenn du zu der Kategorie der Traditionalisten gehörst, ist Einzel- oder Gruppenunterricht wahrscheinlich für dich die beste Methode zum Sprachenlernen.

Egal, ob du wieder die Schulbank drückst, Kurse an der Volkshochschule oder der Universität besuchst oder ein Fernstudium machst, Wach:innen wissen die erfahrenen und zertifizierten Fachkräfte und den Kontakt zu den anderen Lernenden, die die gleiche Erfahrung machen, mit Sicherheit zu schätzen.

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2. Forscher:innen – auf ein berufliches Ziel hinarbeiten

Illustration zu Forscher:innen
Illustrationen von Lucille Duchêne

Forscher:innen entsprechen den folgenden vier Persönlichkeitstypen des MBTI-Tests:

  • ISTP (Virtuos:in)
  • ISFP (Abenteurer:in)
  • ESFP (Entertainer:in)
  • ESTP (Unternehmer:in)

Wie die Wach:innen legen auch die Forscher:innen großen Wert darauf, dass das Ergebnis ihrer Arbeit sichtbar ist. Der große Unterschied besteht darin, dass sie gerne frei in ihren Mitteln sind und die Techniken oder Lösungen potenzieren, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen.

Da sie ein besonders großes Bedürfnis nach Input verspüren, sind sie ständig auf der Suche nach Ereignissen, der Gesellschaft anderer oder Aktivitäten.

Forscher:innen lernen eine Sprache besser, wenn sie mehrere Lerntechniken anwenden, insbesondere solche, die auf spielerische Weise erfolgen (Fernsehserien schauen, Videospiele spielen usw.). Das Wichtigste für Forscher:innen ist jedoch immer das praktische oder berufliche Ziel, das sie dazu veranlasst hat, eine neue Sprache zu lernen: in die USA zu ziehen, einen neuen Job zu bekommen, befördert zu werden, mit Kund:innen zu kommunizieren… Ohne ein klares Ziel neigen sie eher dazu, das Sprachenlernen aufzugeben.

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3. Idealist:innen – Fokus auf den zwischenmenschlichen Aspekten

Illustration zu Idealist:innen des MBTI Persönlichkeitstests
Illustrationen von Lucille Duchêne

Idealist:innen entsprechen den folgenden vier Persönlichkeitstypen des MBTI-Tests:

  • ENFP (Kämpfer:in)
  • INFP (Mediator:in)
  • ENFJ (Protagonist:in)
  • INFJ (Berater:in)

Mehr als andere brauchen Idealist:innen ein konkretes Ziel, das sie erreichen wollen. Anders als bei den Forscher:innen ist dieses Ziel jedoch nicht notwendigerweise für ihre eigenen Zwecke bestimmt, sondern kann auch idealistischer oder zwischenmenschlicher Natur sein: Norwegisch zu lernen bietet zwar nur begrenzte berufliche Perspektiven, ist aber eine sehr starke Motivation für eine idealistische Person mit norwegischen Wurzeln… oder jemanden mit Schwiegereltern, die in Oslo wohnen

Idealist:innen haben ein sehr starkes Verhältnis zur Identität, sei es die eigene oder die von anderen. Ihre größte Stärke ist ihre Fähigkeit, sich sozial zu integrieren, Empathie zu zeigen und Brücken zwischen Menschen zu bauen.

In dieser Hinsicht ist das Erlernen einer neuen Sprache auf einer Reise, bei der man in eine fremde Kultur eintaucht, für Idealist:innen sicherlich die effektivste Methode.

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4. Analyst:innen – sich einer Herausforderung stellen

Illustration zu Analyst:innen des MBTI Persönlichkeitstests
Illustrationen von Lucille Duchêne

Analyst:innen entsprechen den folgenden vier Persönlichkeitstypen des MBTI-Tests:

  • INTP (Logiker:in)
  • INTJ (Architekt:in)
  • ENTP (Debattierer:in)
  • ENTJ (Kommandeur:in)

Der beste Weg, rationale Persönlichkeiten dazu zu bringen, eine neue Sprache zu lernen, ist, ihnen zu sagen, dass sie es nie schaffen werden. Dieses Temperament zeichnet sich besonders dann aus, wenn das Unmögliche möglich ist, wenn Strategien und Pläne entwickelt werden müssen, um ein Ziel zu erreichen.

Von den vier großen Persönlichkeitstypen, die David Keirsey identifiziert hat, haben Analyst:innen das größte Bedürfnis nach Wissen und analysieren alle Aspekte eines Problems, bevor sie dessen Lösung in Angriff nehmen.

Im Gegensatz zu den Wach:innen machen die Analyst:innen im Klassenzimmer weniger schnell Fortschritte. Sie ziehen es im Allgemeinen vor, eine Sprache allein zu lernen, und haben ein starkes Interesse an der Grammatik und der inneren Funktionsweise einer Sprache. Sie arbeiten gerne selbständig und wenden mitunter originelle Lernmethoden an, von denen sie wissen, dass sie bei ihrer Art zu leben effektiv sind.

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Chris Chriv
Chris ist Journalist mit einem (französischen) Reiseblog, wo er Geschichten von überall auf der Welt erzählt. Er teilt sein Leben zwischen Paris und den verlassensten Orten der Erde und nimmt sich gerne Zeit dafür, lange Gespräche mit den Menschen zu führen, die ihm dort begegnen.
Chris ist Journalist mit einem (französischen) Reiseblog, wo er Geschichten von überall auf der Welt erzählt. Er teilt sein Leben zwischen Paris und den verlassensten Orten der Erde und nimmt sich gerne Zeit dafür, lange Gespräche mit den Menschen zu führen, die ihm dort begegnen.

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