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8 englische Redewendungen, die keinen Sinn ergeben

Was ist überhaupt ein dog day (wörtlich „ein Hundstag“)?
8 englische Redewendungen, die keinen Sinn ergeben

Die englische Sprache ist voller bunter und vielfältiger Redewendungen. Wenn du ein Person mit der Erstsprache Englisch bist, hast du wahrscheinlich viele Ausdrücke ganz automatisch gelernt, ohne dir bewusst zu sein, was du da eigentlich sagst. Ihre Bedeutung scheint dir so klar und offensichtlich, dass du dich wahrscheinlich noch nie gefragt hast, warum eine „Geige fit ist“ (der Ausdruck fit as fiddle bedeutet so viel wie gut in Form sein). Oder warum cold turkey („kalter Truthahn“) bedeutet, etwas aufzugeben. Hinter allem steckt bestimmt irgendeine logische Erklärung, aber es gibt einige englische Redewendungen, die keinen Sinn ergeben – wirklich nicht.

Es kann verschiedene Gründe geben, weshalb das so ist… Vielleicht sind die ursprünglichen Bedeutungen mit der Zeit verloren gegangen oder die Definition der einzelnen Wörter hat sich verändert. Lass uns mal einen Blick auf diese Idiome und Sprichwörter werfen, um zu verstehen, wo genau etwas schiefgelaufen ist.

1. to sweat like a pig

Wörtlich: schwitzen wie ein Schwein
Bedeutung: viel schwitzen

Dieser Ausdruck scheint Sinn zu machen. Schweine schwitzen doch viel, oder? Nein, tatsächlich ist dem nicht so. Sie haben zwar Schweißdrüsen wie andere Säugetiere, aber sie kühlen sich lieber mit einem schönen Schlammbad ab.

Warum sagt man dann also to sweat like a pig? Wie sich herausstellt, handelt es sich hierbei um die Verkürzung einer älteren Redewendung: to sweat like a pig iron – was wörtlich übersetzt „schwitzen wie ein Schweineeisen“ (gemeint ist das Roheisen) bedeutet.  Dieser Ausdruck stammt von einem Verfahren, bei dem heißes Eisen auf Sand gegossen wurde. Dabei formte es sich zu kleinen Kügelchen, die wie Schweine aussahen. Daher nannten die Stahlarbeiter es „Schweineeisen“. Beim Abkühlen sammelten sich auf dem Eisen Wassertröpfchen, und das sah dann so aus, als würde es schwitzen. Der Ursprung ist irgendwie ziemlich bizarr für einen derart gängigen Ausdruck.

2. it’s raining cats and dogs

Wörtlich: es regnet Hunde und Katzen
Bedeutung: es regnet heftig, in Strömen oder „es gießt wie aus Eimern“

In der gesamten Geschichte der Wetteraufzeichnung gab es tatsächlich einige Fälle, in denen Tiere vom Himmel fielen. Bei stürmischen Winden und Gewitter prasselten Lebewesen, die das Wasser lieben (wie Fische und Frösche), auf die Erde und die schockierten Menschen nieder. Aber es wurde noch nie berichtet, dass es Katzen und Hunde geregnet haben soll.

Leider ist unklar, wo der Ausdruck mit der „Tierdusche“ seinen Ursprung hat. Die Theorien reichen von einem Missverständnis des altenglischen Wortes catadupe, das Wasserfall bedeutet, bis hin zu einer Anspielung auf die nordische Mythologie. Wir wissen, dass dieser Ausdruck zum ersten Mal in einer Gedichtsammlung von Henry Vaughan aus dem 17. Jahrhundert auftaucht. Hier beschrieb er, ob ein Dach einen „Hunde- und Katzenregen“ (dogs and cats rained in shower) überleben würde. Vielleicht meinte er damit einfach, dass, sollte es Hunde und Katzen vom Himmel regnen, sie den Gebäuden einen beträchtlichen Schaden zufügen würden.

3. mad as a March hare

Wörtlich: verrückt wie ein Märzhase
Bedeutung: total verrückt sein

Lewis Caroll hat in seinen Romanen von Alice im Wunderland mit zahlreichen Idiomen gespielt. Viele englische Redewendungen, die keinen Sinn ergeben, inspirierten ihn für seine Figuren, weil er sie lustig fand. Der Ausdruck to grin like a Cheshire cat („grinsen wie eine Cheshire-Katze“, gemeint ist die berühmte „Grinsekatze“) inspirierte ihn für seine Figur der wundersamen Katze, die dauernd grinst. Ironischerweise wurden die Bücher von Lewis Carroll so berühmt, dass die von ihm aufgegriffenen Redewendungen bis heute nicht vergessen wurden. Ihre Herkunft ist heute aber oft unbekannt.

Die Figur, um die es hier geht, ist der Märzhase. Dieser ist mad, im Sinne von „geistig nicht zurechnungsfähig“, nicht im Sinne von „böse“. Doch was ist genau damit gemeint? Wenn man den Satz umbaut, ergibt er etwas mehr Sinn: „verrückt wie ein Hase im März“. Die Bedeutung, die dahinter steckt, ist, dass der März die Paarungszeit der Hasen ist und die Tiere dann besonders überaktiv sind. Sie sind also nicht „verrückt“, aber in der hektischen Paarungszeit können sie durchaus so wirken.

4. dog days of summer

Wörtlich: Hundesommertage
Bedeutung: die heißeste Zeit des Sommers oder „Hundstage“

Im August ist die Zeit des Jahres, in der man das Gefühl hat, Herbst und Winter würden nie zurückkehren. Genau das sind „die Hundstage“. Und natürlich fängt das Bild eines in der Hitze hechelnden Hundes das Gefühl des Monats ziemlich gut ein. Doch es ist vielleicht etwas übertrieben, sie als „Hundstage“ zu bezeichnen, wo doch alle Tiere unter der Sonne leiden.

Wie es aussieht, stammen die „Hundstage“ von einem anderen Stern: Sirius. Der Stern ist der hellste Punkt im Sternenbild Großer Hund, der einen der Jagdhunde Orions darstellt. Die Griech:innen glaubten, dass in Zeiten, in denen Sirius und die Sonne gleichzeitig am Himmel aufgehen (von Juli bis August), die kombinierte Intensität der beiden Sterne die Sommerhitze verursachte. Damit irrten sie sich natürlich, aber die Redewendung hat sich gehalten.

Auch die polnische Sprache verwendet gerne Tiere für Redewendungen. Zum Beispiel „Nicht mein Zirkus, nicht meine Affen”. Entdecke 9 weitere polnische Redewendungen für jede Lebenslage.

Redewendungen, die keinen Sinn ergeben: 5. kick the bucket

Wörtlich: den Eimer treten
Bedeutung: sterben

Es gibt zahlreiche Euphemismen, um den Tod zu umschreiben. Manche sind logisch nachvollziehbar, andere weniger. Dieser zum Beispiel fällt in die Kategorie der englischen Redewendungen, die keinen Sinn ergeben. Was könnte gegen den Eimer treten bedeuten? Steht das Wasser im Eimer vielleicht symbolisch für das Leben? Noch kurioser erscheint, dass es sich um einen so geläufigen Euphemismus handelt, dass er sogar zu einem anderen geläufigen Ausdruck inspirierte: die bucket list (wörtlich „Eimerliste“). Gemeint ist eine Liste von Dingen, die man unbedingt (vor dem Tod) erledigen will.

Die Herkunft dieses Ausdrucks ist völlig unklar. Er wurde zum ersten Mal Anfang des 18. Jahrhunderts schriftlich überliefert, und selbst damals wusste man anscheinend nicht, was er bedeutet. Vermutlich war es eine Anspielung auf den Tod am Galgen und den Eimer, der unter den Gehängten weggestoßen wurde. Vielleicht stammt der Ausdruck auch von einer obskuren Praxis der damaligen Fleischer:innen von Norfolk in England, bei der die Tiere vor dem Töten an einem Holzpfosten, dem so genannten „Eimer“, befestigt wurden. Im Christentum gab es auch eine alte Tradition, bei der ein Eimer Weihwasser zu den Füßen eines Toten gestellt wurde. Wir werden es wahrscheinlich nie genau erfahren.

6. break a leg

Wörtlich: „Brich dir ein Bein”
Bedeutung: „Viel Glück!“ oder „Hals- und Beinbruch“

Die Welt des Theaters steckt voller alter Rituale und Aberglauben. Man sollte niemals Macbeth sagen, immer mindestens ein Licht im Theater brennen lassen und niemals hinter den Kulissen pfeifen. Doch am wichtigsten ist: Man sollte nie „viel Glück“ sagen, weil das bereits das Unglück heraufbeschwören kann. Daher sagt man stattdessen „Hals- und Beinbruch“. Warum wird genau dieser Ausdruck in dieser Situation verwendet? Wäre das genaue Gegenteil von „viel Glück“ nicht „viel Pech“?

Es dürfte dich nicht überraschen, dass dies eine weitere Redewendung ist, über deren Herkunft sich keiner einig ist. Eine der plausibelsten Theorien besagt, dass es von einem alten deutschen und jiddischen Ausdruck stammt, da neck and leg break („Hals- und Beinbruch“) in gewisser Weise success and blessing („Erfolg und Segen“) ähnelte.

Eine der frühesten Verwendungen der Redewendung geht auf den Ersten Weltkrieg zurück: Unter den Piloten der deutschen Luftwaffe wünschte man sich vor dem Start immer sarkastisch „Hals- und Beinbruch“. Einige Zeit später fand der Ausdruck seinen Weg ins Theater. Interessanterweise taucht er hier die ersten Male zum Beispiel in der Autobiographie der Dramatikerin Edna Ferber auf. In dieser erzählt sie von den Zweitbesetzungen, die hofften, die Stars würden sich tatsächlich die Beine brechen, damit sie auch mal die Chance hätten, ins Rampenlicht zu kommen. Vielleicht war also „sich ein Bein brechen“ nicht immer so nett gemeint.

Übrigens gibt es auch im Deutschen so manche Redewendungen, die keinen Sinn ergeben: Entdecke 9 seltsame und lustige deutsche Sprichwörter und Redewendungen.

7. the apple of my eye

Wörtlich: der Apfel meines Auges
Bedeutung: die Person oder das Objekt, das man über alles liebt oder „mein Augapfel“

Es ist schon merkwürdig, dass von allen Früchten der Welt ausgerechnet der Apfel als Symbol der Liebe ausgewählt wurde. Klar, Äpfel schmecken gut, aber sind sie wirklich die süßeste Sache der Welt, mit der man seine Liebe vergleichen kann? Wahrscheinlich nicht. Der Ausdruck apple of my eye ist veraltet und meinte in der Vergangenheit nicht immer, was er heute bedeutet. Er lässt sich mindestens bis ins 9. Jahrhundert nach Christus zurückverfolgen: Der Ausdruck wird in einem altenglischen Text von König Ælfred dem Großen verwendet und bezieht sich hier aber auf die Pupille des Auges.

Man weiß nicht genau, wie sich die Bedeutung von pupil („Pupille“) zu loved thing („geliebte Sache“) verändert hat. In Ein Sommernachtstraum schreibt Shakespeare von Cupidos Zauber, der in den Augapfel eindringt, womit die Pupille gemeint sein könnte. Da Cupido der Gott der Liebe ist, könnte es hier doppeldeutig gemeint sein. Einen Teil der Redewendung kann man enträtseln: die Verwendung des Wortes Apfel. Eine Zeit lang war Apfel ein Oberbegriff für Obst (so kam auch die Ananas im Englischen zu ihrem Namen pineapple, obwohl sie gar kein Apfel ist). Der ursprüngliche Ausdruck Augapfel meinte also nicht die rote oder grüne Frucht, die wir heute essen, sondern irgendeine Frucht.

8. you can’t have your cake and eat it, too

Wörtlich: Man kann nicht seinen Kuchen haben und ihn auch essen.
Bedeutung: man kann nicht alles haben

Ist das wirklich eine der englischen Redewendungen, die keinen Sinn ergeben? Darüber lässt sich streiten. Für die einen ist es völlig logisch, für die anderen nicht nachvollziehbar. Was bedeutet es, einen Kuchen zu haben und ihn zu essen? Die heutige Verwirrung könnte mit der Doppelbedeutung von have zusammenhängen. In bestimmten Situationen wird having cake („Kuchen haben“) im Englischen synonym zu eating cake („Kuchen essen“) gebraucht. Diese Redewendung meint, dass man einen Kuchen nicht gleichzeitig haben – im Sinne von besitzen – und essen kann. Denn wenn man ihn einmal gegessen hat, ist er nicht mehr da.

Für Thomas Cromwell machte die Formulierung wahrscheinlich komplett Sinn, als der Herzog von Norfolk im Jahr 1538 zu ihm sagte, „ein Mann kann nicht seinen Kuchen haben und seinen Kuchen essen“. Die Bedeutung des Ausdrucks hat sich seitdem sehr oft verändert genauso wie die Reihenfolge. Würde es vielleicht mehr Sinn machen, wenn es hieße: You can’t eat your cake and have it, too?

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Thomas Moore Devlin
Thomas ist in einer Vorstadt in Massachusetts aufgewachsen und nach New York gezogen, um den krassen Kontrast zu erleben. Er hat Englische Literatur und Linguistik an der New York University studiert und die meiste Zeit seines Studentenlebens damit verbracht, für eine Studierendenzeitung namens Washington Square News zu schreiben. Deshalb ist er auch etwas pedantisch, was Textstandards angeht. In seiner Freizeit liest er gern und regt sich über Tweets auf.
Thomas ist in einer Vorstadt in Massachusetts aufgewachsen und nach New York gezogen, um den krassen Kontrast zu erleben. Er hat Englische Literatur und Linguistik an der New York University studiert und die meiste Zeit seines Studentenlebens damit verbracht, für eine Studierendenzeitung namens Washington Square News zu schreiben. Deshalb ist er auch etwas pedantisch, was Textstandards angeht. In seiner Freizeit liest er gern und regt sich über Tweets auf.

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